Handschuhe im Lebensmittelbereich

Handschuhe in der Küche

Der Einsatz von Schutzhandschuhen ist in dem Lebensmittelbereich unverzichtbar. Bei der Verwendung von Einweghandschuhen steht die Gesundheit und Sicherheit des Trägers allgemein an erster Stelle. In der Lebensmittelindustrie ist zu beachten, dass die Produkte über den gesamten Prozess bis hin zum Verkehr nicht mit gesundheitsschädlichen oder genussbeeinträchtigenden Stoffen in Kontakt kommen und verunreigt werden dürfen. Somit müssen die verwendeten Handschuhe nicht nur den Träger, sondern auch die Produkte schützen. Welche Einmallhandschuhe sich hierfür eignen und worauf Sie achten müssen, erfahren sie in dem folgendem Blog-Eintrag.

Latex, Nitril oder Vinyl?

Der aktuelle Markt an Handschuhe ist sehr umfangreich und teilweise undurchsichtig. Grundsätzlich wird zwischen den 3 Handschuhmaterialen Latex, Nitril und Vinyl unterschieden. Welches Material das geeignete ist, hängt jedoch von der Art des Lebensmittels und der Tätigkeit ab. Latexhandschuhe bieten zwar eine hervorragende Elastizität und Reißfestigkeit sowie einen hohen Tragekomfort, sind jedoch nur bedingt geeignet für den Kontakt mit Ölen und Fetten. Vinylhandschuhe hingegen sind für den Kontakt mit Fetten und Ölen und somit auch mit Fleisch und Wurst gänzlich ungeeignet. Handschuhe aus Nitril sind die einzigen Einmalhandschuhe die lebensmittelecht und somit für den Umgang mit jeglichen Lebensmitteln geeignet sind. In der folgenden Darstellung sehen Sie, welche Lebensmittel sich für den Kontakt mit welchen Handschuhe eignen. In unserem Ratgeber finden Sie noch weitere Informationen zu den verschiedenen Vor- und Nachteilen der einzelnen Handschuhmaterialen.

Lebensmittel Latex Nitril Vinyl
Flüssige Lebensmittel geeignet geeignet geeignet
Rohes Gemüse bedingt geeignet geeignet geeignet
Alkoholika bedingt geeignet geeignet bedingt geeignet
Fleisch und Wurst bedingt geeignet geeignet nicht geeignet
Fisch, Krustentiere geeignet geeignet bedingt geeignet
Fette bedingt geeignet geeignet nicht geeignet
Backwaren geeignet geeignet geeignet

Aktuelle Gesetzeslage

Einmalhandschuhe für den Kontakt mit Lebensmitteln unterliegen den Vorschriften und Normen für persönliche Schutzausrüstung und müssen zudem spezifische Bestimmungen für den Lebensmittelkontakt erfüllen. Welche das sind erfahren Sie im Folgenden.

Basisverordnung für Lebensmittelkontakt

Die Verordnung 1935/2004/EG legt die allgemeinen Anforderungen an Materialien und Gegenstände fest, welche mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Sie besagt, dass unter normalen Einsatzbedingungen keine Bestandteile in Mengen abgegeben werden dürfen, welche die menschliche Gesundheit gefährden oder eine unakzeptable Veränderung der Nahrungsmittelzusammensetzung herbeiführen oder seine organoleptschen Eigenschaften, wie z.B. Geruch, Geschmack oder Farbe, beeinträchtigen. Sollte dies gegeben sein, so darf der Einmalhandschuhe mit dem Piktogramm für Lebensmittelkontakt, dem sogenannten "Glas-Gabel-Symbol", versehen werden.

Richtlinie für Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt

Die EU Verordnung 10/2011 gilt für Bedarfsgegenstände aus Kunststoff, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, wie z.B. Vinyl- oder Nitrilhandschuhe. Dabei werden sogenannte Migrationstests durchgeführt, um festzustellen, ob und in welcher Menge Kunststoffbestandteile bei Kontakt in ein Lebensmittel übergehen. Nach dem Migrationsgrenzwert darf z.B. ein Kunststoffhandschuh nicht mehr als 10 mg/dm² seiner Oberfläche an ein Lebensmittel abgeben. Dazu werden die Kunstoffe mit Simulanzlösemitteln versetzt, welche in 5 Klassen aufgeteilt sind: wasserhaltig, säurehaltig, alkoholhaltig, fetthaltig und trocken. Besteht der Handschuh alle fünf dieser Tests, so gilt er als lebensmitteltauglich und ist für den Umgang mit Lebensmitteln unbedenklich. Fällt der Einmlahandschuhe jedoch in einem der 5 Tests durch, so gilt er nur als bedingt lebensmitteltauglich und der Prüfbericht gibt Auskunft darüber, für welche Lebenmittelklassen er ungeeignet ist.
Die Verordnung 10/2011 besagt zusätzlich, dass wenn ein Kunststoffgegenstand bestimmte Hilfsstoffe enthält, die Verwendung eingeschränkt werden kann. So dürfen z.B. phtahlathaltige Vinylhandschuhe nur mit fettfreien Lebensmitteln in Kontakt kommen und dies auch nur dann, wenn die Phthalate aus der Positivliste der zugelassenen Stoffe stammen.

HACCP-Konzept

Das HACCP-Konzept steht für Hazard Analysis and Critical Control Points. Übersetzt bedeutet dies soviel wie: Risikoanalyse kritischer Kontrollpunkte. Es dient zur Gefahrenanalyse und ist das Kernstück der Vorschriften zur Lebensmittelhygiene. Es soll dabei die Unbedenklichkeit und Genusstauglichkeit von Lebensmitteln gewährleisten. Das Konzept soll dies durch präventive Maßnahmen erreichen, d.h. es wird nicht nur das Endprodukt überprüft, sondern werden die gesamten Risiken während des Lebensmittelverarbeitungsprozesses systematisch erfasst und bewertet und auf dessen Grundlage Vorbeugungsmaßnahmen entwickelt. Ein Beispiel für dieses Prinzip ist die Verwendung von blauen Handschuhen in der Lebensmittelverarbeitung. Da die Farbe Blau in Lebensmitteln natürlich nicht vorkommt, fallen verlorene Teile oder gar ganze Handschuhe sofort auf und können entfernt werden und das Risiko einer Verunreinigung wird dadurch eliminiert.
Seit der EU-Hygieneverordnung über Lebensmittel (EG) Nr. 852/2004 sind alle Lebensmittelhersteller dazu verpflichtet, ein solches HACCP-Konzept anzufertigen und schriftlich zu dokumentieren.

Richtline für persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die EU-Richtlinie 89/686/EG regelt die grundlegenden Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung und soll die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit des Anwenders gewährleisten. Die Schutzausrüstung wird hierbei mit einem CE-Kennzeichen versehen, damit Marktüberwachungsbehörden davon ausgehen können, dass die Produkte den geltenden EU-Sicherheitsvorschriften entsprechen. Handschuhe werden hierbei in 3 Kategorien eingeteilt.

Kategorie I: Schutz gegen geringe Risiken
Handschuhe der Kategorie I sind beispielsweise Haushaltshandschuhe. Sie schützen den Anwender vor geringen Risiken und können vom Hersteller selbst mit dem CE-Kennzeichen versehen werden.

Kategorie II: Schutz gegen mittlere Risiken
Handschuhe der Kategorie II sollen Schutz vor mechanischen Risiken wie Schnitte, Risse und Stiche bieten. Sie müssen von einer akkredierten Prüfstelle zertifiziert werden, welche auch das CE-Kennzeichen ausstellt. Dieses muss in der Gebrauchanleitung ausgewiesen sein.

Kategorie III: Schutz gegen komplexe Risiken
Handschuhe der Kategorie III sollen den Anwender vor bleibenden Schäden oder sogar tödlichen Gefahren durch Chemikalien oder Mikroorganismen schützen. Sie müssen ebenfalls von einer akkredierten Prüfstelle zertifiziert werden und auf der Verpackung asugwewiesen werden.

Tipps für den Anwender

Bei dem Kauf und der Verwendung von Einmalhandschuhen für die Nutzung mit Lebensmitteln gibt es mehreres zu beachten. So sollte man auf das Piktogramm "Glas-Gabel-Symbol" sowie auf die CE-Kennzeichnung und Schutzkategorien und weitere Piktogramme oder Angaben der europäischen Prüfnormen achten. Greifen Sie auf blaue Einmalhandschuhe zurück und wählen Sie die richtige Handschuhgröße. Sorgen sie dafür, dass die Handschuhe regelmäßig gewechselt werden und maximal 1-2 Stunden getragen werden. Zudem sollten Sie ihre Hände konsequent pflegen.

Fazit

Für den Gebrauch von Einmalhandschuhe, die in den Kontakt mit Lebensmitteln kommen, empfehlen wir blaue Nitrilhandschuhe. Im Gegensatz zu Latex- und Vinylhandschuhen sind diese uneingeschränkt für die Verarbeitung von Lebensmitteln empfohlen. Die blaue Farbe sorgt zudem dafür, dass Handschuhteile oder gar ganze Handschuhe in den Lebensmitteln schnell gesehen und entfernt werden können.
Wir hoffen dieser Beitrag konnte Ihnen einen besseren Überblick über die Benutzung von Handschuhen im Lebensmittelbereich verschaffen.

Falls Sie eine ausführliche Beratung benötigen, noch Fragen ungeklärt geblieben sind, können Sie uns natürlich auch ganz bequem online kontaktieren oder telefonisch erreichen unter der 033701 / 56612

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