Inkontinenzformen und -stufen

Formen und Arten von Inkontinenz im Überblick

Inkontinenz betrifft alle Alters- und Geschlechtsgruppen. Allein in Deutschland leiden etwa 10 Millionen Menschen an einer Form von Inkontinenz. Die Inkontinenz beschreibt die fehlende Kontrolle über den Harn- bzw. Stuhlabgang. Sie bringt häufig einen gewaltigen Einschnitt in das alltägliche Leben mit sich. Um diesen Einschnitt entgegenzuwirken können Ihnen je nach Inkontinenzform unsere verschiedenen Inkontinenzprodukte helfen.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie mehr über die verschiedenen Inkontinenzformen und deren Ursachen, um Ihnen bei der Beratung zu unterstützen.

Welche Inkontinenzformen gibt es?

Diese Inkontinenzformen treten am häufigsten auf.

Je nach Ursache unterscheiden Ärzte und Mediziner nach verschiedene Formen der Harninkontinenz. Am häufigsten treten dabei die Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz auf. Die Unterscheidung der verschiedenen Formen von Harninkontinenz erfolgt anhand der unterschiedlichen Symptome und Ursachen.

Die einzelnen Formen der Harninkontinenz bei Frauen und Männern

Frauen sind statistisch betrachtet häufiger von Inkontinenz betrachtet als Männer. Harninkontinenz zählt bei den Frauen zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich mit dem Alter, bei Frauen leiden 18 % der über 65-jährigen an einer Form der Blasenschwäche, bei den Männern hingegen nur rund die Hälfte.

Anteil der Inkontinenzformen bei Frauen und Männer

Dranginkontinenz

  • Die Dranginkontinenz ist eine weit verbreitete Form der Inkontinenz und tritt besonders bei älteren Menschen auf. Sie zeigt sich durch einen plötzlich auftretenden Harndrang. Muskeln im Bereich der Blase ziehen sich unkontrolliert zusammen und lösen einen oft schwallartigen Harndrang aus. Das führt dazu, dass der Gang bis zur nächsten Toilette häufig nicht mehr geschafft wird und es zum unkontrollierten Urinverlust kommt.

  • Die Ursachen der Dranginkontinenz können in zwei Kategorien unterteilt werden, in die motorischen sowie die sensorischen Ursachen. Die motorischen Ursachen können aufgrund von von einer neurolgischen Erkrankung wie Parkinson, multiple Sklerose, Demenz oder einem Schlaganfall auftreten. Bei der sensorischen Drankinkontienz kommt es durch äußere Einwirkungen wie Übergewicht, Tumoren oder einer Veränderung der Prostata zum unwillkürlichen Harnverlust.

Stress- / Belastungsinkontinenz

  • Die Belastungsinkontinenz gehört zu den am häufigsten Inkontinenzformen. Sie wird auch als Stressinkontinenz bezeichnet und zeigt sich durch Urinverlust bei Anstrengungen, beim Niesen, Husten oder Lachen. Je nach schwere wird die Belastungsinktontinenz in 3 Grade unterteilt.

  • 1. Grad: Urinverlust bei schweren körperlichen Betätigungen, Husten, Niesen oder Lachen

    2. Grad: Urinverlust bei leichteren körperlichen Belastungen, wie Aufstehen, Sitzen oder Gehen

    3. Grad: Harnverlust ohne körperliche Belastung beim Liegen oder Ruhen

  • Die Ursache der Belastungsinkontinenz ist zumeist ein geschwächtes Bindegewebe oder eine Abschwächung der Beckenbodenmuskulatur. Beides trifft häufig während der Schwangerschaft auf und bleibt in manchen Fällen auch nach der Geburt bestehen. Dadurch tritt die Stressinkontinenz häufiger bei Frauen auf. Bei Männern kommt es meist nur dann zur Belastungsinkontinenz, wenn die Prostata aus gesundheitlichen Gründen entfernt wurde.

Mischinkontinenz

  • Eng genommen handelt es sich bei der Mischinkontinenz nicht um eine eigene Inkontinenzform. Ärzte grenzen sie dennoch ab, da sie ein distinktes Zusammenspiel der eben erläuterten Belastungs- und Dranginkontinenz beschreibt. Somit zeigt sich die Mischinkontinenz durch ungewollten Urinverlust bei Belastungen für den Beckenboden, wie Heben, Lachen oder Husten und plötzlichen und extrem dringenden Harndrang.

  • Die Ursachen der Mischinkontinenz sind in der Regel die Gründe für eine Drang-, als auch für eine Belastungsinkontinenz. Zumeist führen eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur sowie Erkrankungen die für eine überaktive oder überempfindliche Blase verantwortlich sind zu einer Mischinkontinenz.

Überlaufinkontinenz

  • Die Überlaufinkontinenz betrifft häufig Männer, kann aber auch mitunter bei Frauen auftreten. Die Harnröhre ist in den meisten Fällen versperrt, wodurch die Blase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Dadurch füllt sich die Blase immer wieder komplett voll und es kommt zu einem ständigen, meist tröpfchenweisen, Urinverlust. Diese Form der Inkontinenz wird meist von starken Schmwerzen begleitet.

  • Die Ursachen der Überlaufinkontinenz werden grundsätzlich in 2 Unterarten unterteilt. Die obstruktiven und funktionellen Ursachen. Die obstruktive Überlaufinktontinenz beschreibt Umstände unter denen die Harnröhre durch Hindernisse verengt oder gänzlich versperrt ist. Grund dafür kann eine vergrößerte Prostata, ein Tumor oder die Senkung der Gebärmutter sein. Zur funktionellen Inkontinenz kommt es bei einem zu schwachen Blasenmuskel, was in der Regel an psychischen oder neurologischen Erkrankungen liegt. 

Reflexinkontinenz

  • Die Reflexinkontinenz betrifft in der Regel Menschen mit schlimmen Verletzungen oder Erkrankungen. Sie beschreibt eine vollkommen willkürliche Entleerung der Blase, die in fast allen Fällen ohne Harndrang erfolgt. Die Blasenentleerung ist somit nicht gewollt und findet rein aufgrund von Reflexen statt.

  • Die Ursachen der Reflexinkontinenz sind häufig eine Verletzung oder Erkrankung des Gehirns, bzw. des Rückenmarks. Nervenimpulse aus dem Gehirn, welche die Entleerung der Blase steuern werden dabei durch die Schädigung des Rückenmarks oder Gehirns unterbrochen. Grundsätzlich wird zwischen der spinalen Reflexinkontinenz, ausgelöst durch eine Querschnittslähmung oder Krankheiten wie Multiple Sklerose, und der surspinalen Reflexinkontinenz, entstehend durch einen Schlaganfall, Demenz oder Parkinson, unterschieden.

Inkontinenz im Kindes- und Jugendalter

Harninkontinenz im Jugen- und Kindesalter beschreibt das ungewollte Wasserlassen nach abgeschlossenem Toilettentraining. Das Wasserlassen kann dabei während des Tages, nachts oder in einer Kombination von beidem auftreten. Die Ursachen für eine Inkontinenz im Kindes- und Jugendalter können vielfältig sein. Ein anatomischer Geburtsfehler der Blase, Harnröhre oder -leiter, eine falsche Körperhaltung beim Wasserlassen sowie Verstopfungen, Infektionen, flasche Ernährung und psychische Belastung gehören dabei zu den häufigsten Ursachen für eine Inkontinenz.

Welche Hilfsmittel gibt es gegen die Inkontinenzformen?

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