Inkontinenzformen und -stufen

Stufen der Inkontinenz und Inkontinenzformen

Die Inkontinenz beschreibt die fehlende Kontrolle über den Harn- bzw. Stuhlabgang. Sie bringt häufig einen gewaltigen Einschnitt in das alltägliche Leben mit sich. Um diesen Einschnitt entgegenzuwirken wurden in den letzten Jahren eine vielfältige Auswahl an verschiedenen Inkontinenzprodukten entwickelt. Je nach Form und Stufe der Inkontinenz empfehlen sich dabei verschiedenen Produkte. Der folgende Blog soll Ihnen dabei helfen, Sie über die verschiedenen Inkontinenzformen und Inkontinenzstufen aufzuklären und Sie beim Kauf des richtigen Inkontinenzmaterials zu unterstützen.

Inkontinenzformen

Je nach Ursache der Inkontinenz, werden verschiedene Formen der Inkontinenz unterschieden. Grundsätzlich ist die Inkontinenz in die Harninkontinenz, ugs. auch Blasenschwäche, und die Stuhlinkontinenz unterteilt. Bei der Harninkontinenz führen körperliche Einschränkungen zum unkontrollierten Urinverlust. Die Stuhlinkontinenz hingegen führt dazu, dass der Stuhlgang nicht mehr oder nur eingeschränkt kontrolliert werden kann. Beide Symptome könne hierbei jedoch auch gleichzeitig auftreten. Im Folgenden sehen Sie die verschiedenen Formen der Inkontinenz mit Ihren möglichen Ursachen und Symptomen.

Dranginkontinenz

  • Die Dranginkontinenz ist eine weit verbreitete Form der Inkontinenz und tritt besonders bei älteren Menschen auf. Sie zeigt sich durch einen plötzlich auftretenden Harndrang. Muskeln im Bereich der Blase ziehen sich unkontrolliert zusammen und lösen einen oft schwallartigen Harndrang aus. Das führt dazu, dass der Gang bis zur nächsten Toilette häufig nicht mehr geschafft wird und es zum unkontrollierten Urinverlust kommt.

  • Die Ursachen der Dranginkontinenz können in zwei Kategorien unterteilt werden, in die motorischen sowie die sensorischen Ursachen. Die motorischen Ursachen können aufgrund von von einer neurolgischen Erkrankung wie Parkinson, multiple Sklerose, Demenz oder einem Schlaganfall auftreten. Bei der sensorischen Drankinkontienz kommt es durch äußere Einwirkungen wie Übergewicht, Tumoren oder einer Veränderung der Prostata zum unwillkürlichen Harnverlust.

Stress- / Belastungsinkontinenz

  • Die Belastungsinkontinenz gehört zu den am häufigsten Inkontinenzformen. Sie wird auch als Stressinkontinenz bezeichnet und zeigt sich durch Urinverlust bei Anstrengungen, beim Niesen, Husten oder Lachen. Je nach schwere wird die Belastungsinktontinenz in 3 Grade unterteilt.

  • 1. Grad: Urinverlust bei schweren körperlichen Betätigungen, Husten, Niesen oder Lachen

    2. Grad: Urinverlust bei leichteren körperlichen Belastungen, wie Aufstehen, Sitzen oder Gehen

    3. Grad: Harnverlust ohne körperliche Belastung beim Liegen oder Ruhen

  • Die Ursache der Belastungsinkontinenz ist zumeist ein geschwächtes Bindegewebe oder eine Abschwächung der Beckenbodenmuskulatur. Beides trifft häufig während der Schwangerschaft auf und bleibt in manchen Fällen auch nach der Geburt bestehen. Dadurch tritt die Stressinkontinenz häufiger bei Frauen auf. Bei Männern kommt es meist nur dann zur Belastungsinkontinenz, wenn die Prostata aus gesundheitlichen Gründen entfernt wurde.

Mischinkontinenz

  • Eng genommen handelt es sich bei der Mischinkontinenz nicht um eine eigene Inkontinenzform. Ärzte grenzen sie dennoch ab, da sie ein distinktes Zusammenspiel der eben erläuterten Belastungs- und Dranginkontinenz beschreibt. Somit zeigt sich die Mischinkontinenz durch ungewollten Urinverlust bei Belastungen für den Beckenboden, wie Heben, Lachen oder Husten und plötzlichen und extrem dringenden Harndrang.

  • Die Ursachen der Mischinkontinenz sind in der Regel die Gründe für eine Drang-, als auch für eine Belastungsinkontinenz. Zumeist führen eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur sowie Erkrankungen die für eine überaktive oder überempfindliche Blase verantwortlich sind zu einer Mischinkontinenz.

Überlaufinkontinenz

  • Die Überlaufinkontinenz betrifft häufig Männer, kann aber auch mitunter bei Frauen auftreten. Die Harnröhre ist in den meisten Fällen versperrt, wodurch die Blase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Dadurch füllt sich die Blase immer wieder komplett voll und es kommt zu einem ständigen, meist tröpfchenweisen, Urinverlust. Diese Form der Inkontinenz wird meist von starken Schmwerzen begleitet.

  • Die Ursachen der Überlaufinkontinenz werden grundsätzlich in 2 Unterarten unterteilt. Die obstruktiven und funktionellen Ursachen. Die obstruktive Überlaufinktontinenz beschreibt Umstände unter denen die Harnröhre durch Hindernisse verengt oder gänzlich versperrt ist. Grund dafür kann eine vergrößerte Prostata, ein Tumor oder die Senkung der Gebärmutter sein. Zur funktionellen Inkontinenz kommt es bei einem zu schwachen Blasenmuskel, was in der Regel an psychischen oder neurologischen Erkrankungen liegt. 

Reflexinkontinenz

  • Die Reflexinkontinenz betrifft in der Regel Menschen mit schlimmen Verletzungen oder Erkrankungen. Sie beschreibt eine vollkommen willkürliche Entleerung der Blase, die in fast allen Fällen ohne Harndrang erfolgt. Die Blasenentleerung ist somit nicht gewollt und findet rein aufgrund von Reflexen statt.

  • Die Ursachen der Reflexinkontinenz sind häufig eine Verletzung oder Erkrankung des Gehirns, bzw. des Rückenmarks. Nervenimpulse aus dem Gehirn, welche die Entleerung der Blase steuern werden dabei durch die Schädigung des Rückenmarks oder Gehirns unterbrochen. Grundsätzlich wird zwischen der spinalen Reflexinkontinenz, ausgelöst durch eine Querschnittslähmung oder Krankheiten wie Multiple Sklerose, und der surspinalen Reflexinkontinenz

    , entstehend durch einen Schlaganfall, Demenz oder Parkinson, unterschieden.

Stuhlinkontinenz

  • Die Stuhlinkontinenz beschreibt das unfreiwillige Austreten von Stuhl. Sie umfasst unterschiedlich stark ausgeprägte Formen von unkontrolliertem Stuhlaustritt. Zusätzlich zum Stuhl können Gase entweichen, ohne dass die betroffene Person davon mitbekommt oder dies kontrollieren kann. Die Stuhlinkontinenz wird gemeinhin in 3 Grade unterteilt.

  • 1. Grad: Unkontrollierter Abgang von Winden

    2. Grad: Unkontrollierter Abgang von dünnflüssigem Stuhl

    3. Grad: Unkontrollierter Abgang von geformten Stuhl

  • Mehrere gleichzeitig auftretende Faktoren sind notwendig um zu einer Stuhlinkontinenz zu führen. Darunter werden gezählt muskuläre und sensorische Störungen, psychische Krankheiten, Störungen der Impulsverarbeitung sowie Nebenwirkkungen von Medikamenten. Zu den weiteren Ursachen zählen muskuläre Schädigungen des Schließmuskels, Krankheiten wie Alzheimer oder Multiple Sklerose, ein Schlaganfall, Hämorrhoiden, Diabetes, Psychosen oder chronische Darmerkrankungen.

Inkontinenz im Kindes- und Jugendalter

  • Harninkontinenz im Jugen- und Kindesalter beschreibt das ungewollte Wasserlassen nach abgeschlossenem Toilettentraining. Das Wasserlassen kann dabei während des Tages, nachts oder in einer Kombination von beidem auftreten.

  • Die Ursachen für eine Inkontinenz im Kindes- und Jugendalter können vielfältig sein. Ein anatomischer Geburtsfehler der Blase, Harnröhre oder -leiter, eine falsche Körperhaltung beim Wasserlassen sowie Verstopfungen, Infektionen, flasche Ernährung und psychische Belastung gehören dabei zu den häufigsten Ursachen für eine Inkontinenz.

Inkontinenzstufen

Unabhängig von den Ursachen der Inkontinenz kann sich die Intensität der Beschwerden unterscheiden. Um die Auswahl des richtigen Hilfsmittels und der richtigen Vorgehensweise zu erleichtern, wurde eine Aufteilung von Inkontinenzstufen getroffen. Die Einstufung dient zur Orientierung un basiert auf der Durchschnittsmenge von Urin, welcher unkontolliert innerhalb von 4 Stunden ausgeschieden wurde.

Tröpfcheninkontinenz

Von einer Tröpfcheninkontinenz wird gesprochen, wenn innerhalb von 4 Stunden bis zu 50 ml Urin unkontrolliert ausgeschieden wird. Bei dieser Inkontinenzstufe ist die Nutzung von Inkontinenzeinlagen sehr zu empfehlen.

Leichte Inkontinenz

Die leichter Inkontinenz beschreibt einen unkontrollierten Urinverlust von 50 -100 ml innerhalb von 4 Stunden. Statistisch gesehen ist sie die am häufigsten auftretende Stufe der Inkontinenz. In der Regel sollte auch hier die Nutzung von Inkontinenzeinlagen ausreichen.

Mittlere Inkontinenz

Bei einem Harnverlust von durchschnittlich 100 - 200 ml innerhalb von 4 Stunden spricht man von einer mittleren Inkontinenz. Bei einer mittleren Inkontinenz kann auf Inkontinenzslips, -hosen, -einlagen sowie Inkontinenzvorlagen zurückgegriffen werden. Fixier- und Netzhosen können dabei zur Fixierung dienen.

Schwere Inkontinenz

Bei einer schweren Inkontinenz gehen über 4 Stunden durchschnittlich 200 - 300 ml Urin verloren. Auch hier können Inkontinenzhosen, -slips sowie Inkontinenzvorlagen Abhilfe schaffen.

Schwerste Inkontinenz

Bei einem Harnverlust von mehr als 300 ml innerhalb von 4 Stunden wird von der schwersten Inkontinenzstufe gesprochen. Zusätzlich zur Harninkontinenz tritt dabei auch häufig Stuhlinkontinenz auf. Spezielle Windeln für Erwachsene und Inkontinenzvorlagen könne aber auch hier durch eine starke Saugleistung und hohen Auslaufschutz eine Teilhabe am sozialen Leben ermöglichen.

Inkontinenzstufen bei docdorado

Um einen schnellen und leichteren Überblick über die verschiedenen Saugleistungen der Produkte, auch Hersteller übergreifend zu erhalten, arbeiten wir bei docdorado mit einer einheitlichen Skala. Diese bezieht jedoch immer auf Produkte der gleichen Kategorie, Sie anhand der Skala z.B. nicht die Saugleistung zwischen Inkontinenzeinlagen und Inkontinenzhosen vergleichen.

Fazit

Wir hoffen wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag die verschiedenen Formen und Stufen der Inkontinenz näher bringen. Festzuhalten ist, dass es auch bei schweren Fällen der Inkontinenz geeignete Hilfsmittel gibt, um den Alltag zu erleichtern. Sollten Sie selber von einer Form der Inkontinenz betroffen sein, zögern Sie nicht einen Arzt aufzusuchen. Je nach Diagnose werden Sie auf unserer Seite Inkontinenzprodukte für Ihren Bedarf finden.

Falls Sie eine ausführliche Beratung benötigen, noch Fragen ungeklärt geblieben sind, können Sie uns natürlich auch ganz bequem online kontaktieren oder telefonisch erreichen unter der 033701 / 56612

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