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Symptome, Ursachen und Behandlung bei Harninkontinenz

Harninkontinenz & Blasenschwäche alles was Sie über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten wissen sollten

Bei der Harninkontinenz handelt es sich um eine Art der Inkontinenz, die mehrere Unterarten aufweist. Die zweite Art der Inkontinenz ist die Stuhlinkontinenz. Häufig wird die Harninkontinenz als Blasenschwäche bezeichnet. Diese Begriffe können aber voneinander differenziert werden. Nach Schätzungen leiden etwa 6 bis 8 Millionen Männer und Frauen unter der Harninkontinenz. Es kann aber auch vermutet werden, dass es eine Dunkelziffer gibt, die darüber liegt. Der Grund ist, dass viele Menschen nicht über diese Probleme reden oder den Arztbesuch vermeiden. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten der Prävention, Behandlung und Therapie.

Was ist Harninkontinenz?

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Harninkontinenz um den unkontrollierten Verlust von Urin. Die Betroffenen sind bei dieser Erkrankung in der Regel nicht in der Lage, die Blase und den Urinabgang kontrolliert zu steuern. Diesem Umstand kann eine Erkrankung zugrunde liegen. Somit ist die Harninkontinenz eher als ein Symptom zu deuten. Die Blasenschwäche hingegen impliziert, dass es eine Schwäche bei der Blasenmuskulatur geben kann. Da im Volksmund aber oft beides als identisch verstanden wird, werden wir hier zwar beide Begriffe benennen, aber uns vorwiegend auf die Harninkontinenz beschränken.

Ursachen und Formen der Harninkontinenz

Eine Harninkontinenz kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Allerdings nehmen die Zahlen mit steigendem Alter grundsätzlich zu. Weiterhin sind eher Frauen als Männer betroffen, da sie durch die Belastung der Geburten meist mit einer erschlafften Muskulatur des Beckenbodens zu tun haben. Zudem kann ein Östrogenmangel im Rahmen der Wechseljahre die Entstehung einer Harninkontinenz begünstigen. Die Harninkontinenz wird in vier unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Hier beginnt es mit der leichten Stufe, bei der ein paar Tropfen Urin zwischen den Gängen zur Toilette verloren werden können, und endet mit der sehr schweren. In diesem Fall verliert der Patient immer wieder einen Schwall an Harn.

Schweregrad

Anzeichen

Leicht

Innerhalb von vier Stunden werden zwischen den geplanten Entleerungen nur wenige Tropfen beim Lachen, Husten, Niesen usw. verloren. Maximaler ungeplanter Urinverlust: 100 ml.

Mittel

Innerhalb von vier Stunden erfolgt ein unregelmäßiger Urinabgang. Maximaler ungeplanter Urinverlust: 200 ml. Harndrang nicht immer unterdrückbar; Betroffener schafft es nicht immer zur Toilette.

Schwer

Innerhalb von vier Stunden gibt es umfangreiche Entleerungen der Blase von mehr als 200 ml. Keine vollständige Blasenentleerung. Patient hat das Gefühl, keine Kontrolle über die Entleerungen zu haben.

Sehr schwer

Bei dieser Variante entleert sich die Blase dauernd und vor allem ohne jegliche Kontrollmöglichkeit durch den Patienten.

Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl von möglichen Harninkontinenz Ursachen. Hierbei kann es sich beispielsweise um Schwangerschaften und Geburten, Operationen, Hormonprobleme, Nervenschädigungen und vieles mehr handeln. Um Sicherheit hinsichtlich einer Diagnose zu erhalten, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und sich ausführlich beraten zu lassen. Es gibt einige Unterarten der Harninkontinenz, für die es verschiedene Ursachen gibt. Eine ausführliche Abgrenzung kann hier der Facharzt optimal vornehmen.

Formen der Harninkontinenz:

Blasenschwäche beim Mann und Frau – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Beim Mann kann eine Harninkontinenz beispielsweise durch einen schweren Unfall oder einen operativen Eingriff an der Prostata hervorgerufen werden. Bei der Frau kann es zu dieser Erkrankung durch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren oder auch durch Schwangerschaft und Geburt kommen. Auch eine Operation im Unterleib kann der Auslöser für die Erkrankung sein. Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Faktoren bei beiden Geschlechtern, die diese Krankheit auslösen oder begünstigen können.

Gemeinsam haben beide Geschlechter, dass das Risiko, an einer Harninkontinenz zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt. Das hängt damit zusammen, dass dann die Beckenbodenmuskulatur erschlafft und hierdurch die Organe nicht mehr optimal unterstützt werden. Dies wirkt sich auf die Blase negativ aus und sie reagiert mit Problemen. Um dies zu verhindern, wird nicht nur Frauen, sondern auch Männern präventiv zu einem regelmäßigen Beckenbodentraining geraten.

Psychische und soziale Folgen der Harninkontinenz

Es ist nicht zu verachten, welch weitreichende Folgen es hat, wenn eine Harninkontinenz ignoriert wird. So können die Betroffenen sich oftmals nicht vorstellen, sich einem Angehörigen oder einem Arzt gegenüber zu öffnen. Sie investieren viel Energie in die Vertuschung. Dabei könnten sie wahrscheinlich mit dieser Energie mehr zur Linderung beitragen, wenn sie sich öffnen würden. Viele Betroffene ziehen sich zurück – bis hin zur völligen Isolation. Hieraus können weitere Erkrankungen entstehen, wie beispielsweise Depressionen.

Wenn Angehörige den Verdacht haben, dass ein Mensch aus der Familie an einer Harninkontinenz leidet, dann können sie verstärkt auf diese Anzeichen achten:

  • Uringeruch
  • Kleidung mit „verdächtigen Flecken“
  • Mensch isoliert sich
  • Mensch wirkt depressiv
  • Auffällig hoher Konsum von Hygieneartikeln
  • Hautreizungen im Intimbereich
  • Mensch klagt über schmerzende Haut im Intimbereich,
  • Mensch redet nicht mehr viel
  • Mensch scheut sich vor Aktivitäten außerhalb
  • Mensch braucht die permanente Sicherheit einer Toilette

Selbstverständlich ist nicht ein Anzeichen allein ausreichend für einen erhärteten Verdacht. Es sollten schon mehrere Faktoren ineinander spielen.

Ob Angehöriger oder selbst betroffener Mensch – der Gang zum Arzt ist wichtig. Es ist kein Tabuthema. Man geht davon aus, dass rund 70 Prozent der Menschen irgendwann einmal damit zu tun haben werden. Die körperlichen Folgen, die schmerzende Haut oder die psychischen Folgen reichen von unangenehm bis unerträglich. Dieser Leidensdruck kann in den meisten Fällen schnell gelindert werden. Dann wird geprüft, ob es eine Chance auf Abhilfe gibt.

Behandlungen bei Blasenschwäche – Diese Möglichkeiten gibt es

Um die geeignete Blasenschwäche Therapie zu finden, benötigen die Betroffenen erst einmal einen Arzt, dem sie vertrauen. Mögliche Ansprechpartner sind:

  • Hausarzt,
  • Gynäkologe,
  • Urologe,
  • Geriatrie mit Schwerpunkt auf Altersmedizin und

Leider wird häufig noch kommuniziert, dass bei einer Harninkontinenz nichts getan werden kann. Das stimmt aber in einer Vielzahl der Fälle nicht. So gibt es beispielsweise folgende Möglichkeiten:

Physiotherapie

Hier werden dem Patienten Trainings für den Beckenboden gezeigt. Mit einem Biofeedbackgerät kann zudem herausgefunden werden, ob die Übungen richtig ausgeführt werden und ob sie helfen.

Toiletten-Training

Mit System wird der Patient über einen immer länger werdenden Zeitraum bewusst zur Toilette gehen und sich entleeren – egal, ob er muss oder nicht. Ziel ist es, dass er wieder ein Gespür für seinen Körper und die Entleerungen bekommt.

Medikamente

Medikamente werden nicht so schnell verabreicht, weil sie eben doch Auswirkungen haben. So können Patienten Präparate gegen übermäßigen Harndrang erhalten. Oftmals hemmen sie aber auch den Durst.

Operation

Das letzte Mittel der Wahl ist die Operation, bei der ein künstlicher Schließmuskel eingesetzt wird. Dieser Eingriff ist zwar erfolgversprechend, kann aber auch einen Folgeeingriff nach sich ziehen, wenn mit dem künstlichen Muskel ein mechanisches Problem vorliegt.

Harninkontinenz – Prävention geht jeden etwas an

Wichtig ist, dass jeder Mensch sich mit der Prävention beschäftigen kann, damit er eine Harninkontinenz vermeidet. Hierzu zählt insbesondere das Beckenbodentraining. Es wird häufig nur mit Frauen in Verbindung gebracht, weil das Training nach der Geburt eines Kindes empfohlen wird. Das Beckenbodentraining sollte aber von Männern ebenso durchgeführt werden. Der Beckenboden spielt eine wichtige Rolle, da er die Organe und auch die Blase unterstützt. Erschlafft er, so hat dies direkt auch Auswirkungen auf die Blase.

Außerdem sollten alle Menschen, die sich als betroffen empfinden, unbedingt das Gespräch mit einem Mediziner aufsuchen. In vielen Fällen können kleine Veränderungen bereits helfen. Wenn Betroffene ihren Arzt bei der Diagnosesuche unterstützen möchten, dann führen sie ein Miktionstagebuch. Hierin können sie Datum, Uhrzeit, Entleerung und ggf. Menge der Entleerung festhalten. Auch die Gesamtsituation ist interessant. Auf diese Weise kann der Mediziner leichter einordnen, ob es eine psychische Ursache gibt oder in welche Kategorie die Erkrankung wahrscheinlich fällt.

Fazit

Es ist wichtig, dass über die Harninkontinenz gesprochen wird. Sie geht uns alle etwas an, denn Männer und Frauen können gleichermaßen betroffen sein. Im zunehmenden Alter nimmt auch das Risiko der Erkrankung zu. Die körperlichen und vor allem psychischen Folgen sind immens, wenn die Menschen nicht über diese Belastung sprechen. Betroffene sollten sich einem Angehörigen anvertrauen und dann einen Arzt aufsuchen. Am besten ist es, im Vorfeld bereits ein Miktionstagebuch zu schreiben. Hieraus kann der Mediziner besser einen Verdacht ableiten und seine anschließende Diagnose stützten. Zur Prävention eignet sich das Beckenbodentraining optimal.