Einmalhandschuhe gepudert oder ungepudert?

Latexhandschuhe gepudert oder ungepudert?

Sie haben sich durch unseren Ratgeber zu Einmalhandschuhen gearbeitet und sich dafür entschieden zu den Handschuhen aus Latex zu greifen? Die Vorteile durch die hohe Dehnbarkeit und Reißfestigkeit sind unumstritten. Viele Mediziner schwören dank dem guten Tragekomfort und ausgezeichneten Tastempfinden auf Latex Handschuhe. Doch eine Frage stellt sich noch noch vor dem Kauf. Was sind ungepuderte und gepuderte Handschuhe und welche sind die Richtigen für mich? Im Folgendem werden wir Sie darüber aufklären, Ihnen die Vor- und Nachteile der beiden Handschuhvarianten näher bringen und Ihnen Alternativen vorstellen.

Vorteile Einmalhandschuhe gepudert

Puder dient in erster Linie dazu, den Trägern das Anziehen der Handschuhe zu erleichtern. Handschuhe mit Puder sind bei all denjenigen beliebt, die eine Neigung zu feuchten Handflächen haben oder ihre Handschuhe gerne mit nassen Händen überstreifen. Bei einer gepuderten Innenseite lassen sich die Einmalhandschuhe schneller an- und wieder ausziehen. Zudem reduziert das Puder die Feuchtigkeit, so dass der Eindruck entsteht man hätte trockene Hände
Vor allem in der heißen Jahreszeit und in den südlichen Ländern profitieren Anwender von gepuderten Handschuhen.

Noch vor rund 20 Jahren war die gepuderte Latex Handschuhe Variante die deutlich beliebtere und verbreitetere Variante. Im 1. Halbjahr 1997 lag der Marktanteil in Deutschland noch bei etwa 74%. Warum sich das jedoch geändert hat zeigen die folgenden Nachteile.

Nachteile Latexhandschuhe gepudert

Das Puder von gepuderten Einweghandschuhen kann bei einigen Menschen das Entstehen einer Latex-Allergie begünstigen. In Latex-Handschuhen mit Puder sind besonders viele Latexproteine enthalten. Lösliche Latexproteine können aus der Handschuhmatrix in den Puder übergehen. Das führt dazu, dass bei der Verwendung der Gehalt an Latexallergenen in der Luft steigt, insbesondere beim Ausziehen der Handschuhe. Diese können in die Atemwege von Anwender und Patienten gelangen und neben allergischen Reaktionen kann das auch zu schwerwiegenden bronchialen Soforttyp-Reaktionen wie z.B. Asthma führen. Das Puder kann sich zudem auf Oberfächen, Kleidung und Haut absetzen, was zu Hautirritationen und Juckreiz führen kann.

Da sich die teils zur Berufsunfähigkeit führenden schwerwiegenden Folgen vom Tragen von Einmalhandschuhe mit Puder nicht mehr bestreiten ließen, führte das 1998 zum Verbot vom Gebrauch von gepuderten Latexhandschuhen im medizinischen Bereich. Zudem wurde die Latexallergie zur Berufskrankheit erklärt.
Auch in der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie ist der Gebrauch von Einmal Handschuhen mit Puder streng verboten, da Lebensmittel durch das Puder verunreinigt werden können!

Alternativen zu gepuderten Latex-Handschuhen

Viele Menschen wollen, trotz des Verbots und der Nachteile von gepuderten Handschuhen, nicht auf die Vorteile des leichten An- und Ausziehens verzichten. Dazu wurden in der vergangegnen Zeit Alternativen entwickelt, welche die Gesundheit des Anwenders nicht in dem Maße beeinträchtigen, wie es die Latexhandschuhe gepudert tun.

Latexhandschuhe mit Polymer-Beschichtung

Die Beschichtung verhindert das Zusammenkleben des Materials und ist gegen Schweiß unempfindlich. Zudem schützt sie vor einer Latexallergie, da keine Latex-Proteine freigesetzt werden und die Haut so in keinen direkten Kontakt mit Latex kommt. Somit sind sie auch für empflindliche Benutzer und Latex-Allergiker geeignet und bieten einen guten Schutz von der Erkrankung. 
Die gleitfähige Innenschicht ermöglicht ein leichtes An- und Ausziehen der Latex Handschuhe. Die Einmalhandschuhe sind zweifach chloriert und können sogar Ozon und UV-Licht ausgesetzt werden, ohne dass das Latex beeinträchtigt wird.
Latex Handschuhe mit Polymer-Beschichtung sind etwas teurer als die herkömmlichen ungepuderten Einweghandschuhe, bieten aber die Vorteile des schnellen An- und Ausziehens der gepuderten Handschuhe und zudem einen guten Schutz vor Latex-Allergenen.

Einmalhandschuhe aus Nitril und Vinyl

Handschuhe aus Nitril und Vinyl bieten eine gute Alternative zu gepuderten Latex-Handschuhen. Da sie auf das Material Latex verzichten sind sie für Latex-Allergiker geeignet. Dank der glatten Oberflächen dieser Handschuhe lassen sie sich sehr leicht an- und ausziehen, auch wenn dabei auf Puderung verzichtet wird. Nitrilhandschuhe sind zudem für den Kontakt und die Verarbeitung von Lebensmitteln unbedenklich. In unserem Ratgeber können Sie noch einmal mehr mehr über die verschiedenen Materialen von Einweghandschuhen und deren jeweiligen Vor- und Nachteile. erfahren.

Wie auch Latex-Handschuhe, sind Nitril- und Vinylhandschuhe in einer gepuderten Variante erhältlich. Auch diese haben jedoch Nachteile. So führt die Puderung zu einer Austrocknung der Haut, kann Rückstande auf Kleidung und Textilien hinterlassen und zudem die Schleimhäute reizen. Da sich Einweghandschuhe aus Nitril und Vinyl ohnehin schon leicht an- und ausziehen lassen, lohnt sich der Kauf von gepuderten Nitrilhandschuhen und gepuderten Vinylhandschuhen kaum.

Fazit Einweghandschuhe gepudert oder puderfrei

Durch das mit dem Puder kommende Gesundheitsrisiko für Anwender und Mitmenschen, empfehlen wir den Kauf und das Tragen von gepuderten Latexhandschuhen und allgemein gepuderten Handschuhen nicht! Zudem ist das Tragen im medizinischen Sektor, sowie in der Lebensmittelindustrie und Gastronomie verboten! 
Wir empfehlen den Gebrauch von ungepuderten Handschuhen aus Nitril bzw. Vinyl oder Latexhandschuhe mit einer Polymer-Innenbeschichtung.
Hoffentlich konnte Ihnen dieser Beitrag einen besseren Überblick darüber verschaffen, welche Handschuh der Richtige für Sie ist.

Falls Sie eine ausführliche Beratung benötigen, noch Fragen ungeklärt geblieben sind, können Sie uns natürlich auch ganz bequem online kontaktieren oder telefonisch erreichen unter der 033701 / 56612

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